Montag, 09.05.22

 

Morgens um 08.00 Uhr erschienen wir vollzählig und voller Vorfreude auf dem Pausenplatz. Mit gesatteltem Reisegepäck marschierten wir zur Bushaltestelle und erreichten bald darauf Schaffhausen. Dort trafen auf Elena, die uns auf unserer Reise begleiten sollte. Im Zug nach Zürich feierten wir den Beginn unserer Reise, indem die meisten bereits ihre Süssigkeiten und weitere gesunde Sachen verschlangen. In Zürich wechselten schnell in den Zug nach Bern, der sehr voll war. Wir nutzten die Zeit für Spiele und Spässe.

 

Eine Stunde später lagerten nette Herren von der SBB unser Gepäck auf Paletten, sodass wir mit leichten Rucksäcken durch Bern laufen konnten. Die passenden Informationen zur Stadt lieferte uns eine Stadtführerin. In einem für Berner ungewohnt hohem Tempo erzählte sie interessante geschichtliche Fakten zu den Brunnen, dem Bundeshaus, der Entstehung der Stadt und dem Münster. Leider funktionierte die wunderschöne Glocke des Zytgloggeturms genau an diesem Tag nicht, obwohl wir wie gebannt darauf starrten. Am lustigsten fanden wir, dass die Soldaten von Napoleon oft betrunken den Heimweg nicht mehr fanden, weshalb nun viele Strassenschilder in Bern bunt sind. Die Soldaten konnten nämlich nicht lesen und trugen am Arm die Farbe des jeweilen Stadteils, in dem sie wohnten. So konnten sie notfalls auch heimgetragen werden. Nach dieser spannenden, aber temporeichen Führung erhielten wir eine Stunde Freizeit, in der die Einen den Bärenpark aufsuchten, die Anderen die Stadt weiter erforschten, Postkarten kauften oder ihr Taschengeld sinnvoll ausgaben ;-). Danach vergnügten wir uns beim Wasserspiel auf dem Bundesplatz, wo einige Wassertropfen spürten, obwohl es nicht regnete. 

 

Am Nachmittag stiegen wir in den Zug in Richtung Lausanne. Nach einem finsteren Tunnel eröffnete sich vor uns der Genfersee in seiner vollen Pracht, wobei einige dachten, es sei das Meer. Bei schönsten Sonnenschein erreichten wir nach einer kurzen Busfahrt die Jugendherberge, richteten uns schnell ein und zogen schnell ein T-Shirt und kurze Hosen an. Mit Sommerfeeling ging es zurück in die Stadt, wo wir versuchten, mit verschiedenen Personen Französisch zu sprechen, um Fragen zu beantworten. Dies endete oft in grossem Gelächter. Trotzdem schafften es schlussendlich alle Gruppen, den Fragebogen auszufüllen und verdienten sich ein Glace am See, welches natürlich auf Französisch bestellt wurde. 

 

Zurück in der Jugendherberge genossen wir das Abendessen und die Pubertierenden unter uns unternahmen verschiedene Annäherungsversuche an die grosse Gruppe Oberstüfler*innen, welche ihre Nacht ebenfalls in Lausanne verbrachten. Die Flirtversuche waren mehr oder weniger erfolgreich. Danach gingen wir an einen Strand nahe bei der Jugendherberge und bevor Frau Friedli reagieren konnte, sprangen einige Mutige schon in den Badehosen ins Wasser (psssst, bitte nicht den Eltern verraten). Bei schönstem Sonnenuntergang plantschten wir, spielten auf dem Spielplatz oder sassen im Sand. Kurz darauf duschten wir warm in der Jugendherberge und begaben uns dann bald ins Land der Träume.

 

 

Dienstag, 10.05.22

 

Am nächsten Morgen weckten uns bereits um 06.45 Uhr zwei sehr hyperaktive Damen namens Frau Friedli und Elena mit einem wunderschönen Lied. Hundemüde assen wir das Frühstück, packten unsere sieben Sachen und verliessen die Jugendherberge. 

 

Nach einem Sprint auf den Zug (wegen einem Buschauffeur, der viel zu spät abfuhr) mussten wir in den bequemen Zugsitzen zuerst wieder erholen. Die Reise verlief wunderschön am Genfersee (immer noch nicht das Mittelmeer!) entlang, bis wir schliesslich im Wallis ankamen. Bis Zermatt vertrieben mit Zeiten mit Spielen wie Tichu, Uno Flip usw. Schliesslich erreichten wir Zermatt. Als wir den Bahnhof verliessen, klappte der Unterkiefer bei allen gleichzeitig herunter, da sich der Gipfel des Matterhorns in seiner vollen Pracht präsentierte. Im Coop beluden wir die Taschen mit Lebensmittel und begaben uns durch das schöne Zermatt zur Jugendherberge. Es ging steil bergauf, was einigen Mühe bereitete ;-). Als es alle geschafft hatten, bestaunten wir nun das Matterhorn in seiner ganzen Grösse und assen unseren Lunch. Mit vollgestopften Bäuchen, Sonnencreme im Gesicht und einer warmen Jacke marschierten wir zur Talstation des Matterhorn Glacier Paradise, was länger dauerte als gedacht, da wir zuerst in die falsche Richtung liefen. 

 

Mit drei verschiedenen Bahnen und viel Ohrendruck ging es nun auf fast 4000 Höhenmeter, wobei einige bereits in der ersten Bahn nicht mehr hinunterschauen wollten. Oben angekommen mussten wir sofort unsere Jacken anziehen, da es kälter als erwartet war. Mit einem Lift erreichten wir eine Panoramaplattform, wo wir Fotos bis zum Umfallen schossen. Danach erkundeten wir den Gletscher-Palast, in dem wir durch einen echten Gletscher liefen, die Eiswände beleckten und die schönen Skulpturen betrachteten. Auch die Eisrutsche testeten wir mit Begeisterung. Nun verliessen wir das Gebäude, wo sich einige eine Schneeballschlacht lieferten, während die anderen einen Zvieri genossen. Dann ging es mit vielen schönen Erfahrungen, Ohrendruck und Brummschädeln wieder nach Zermatt, wo wir die Freizeit bis zum Abendessen auf verschiedene Arten ausnutzten. 

 

Nach dem Abendessen durften wir nochmals nach draussen. Einige waren im Dorf unterwegs, andere spielten Pingpong oder eine Art Tabu. Anschliessend fielen wir todmüde ins Bett und schliefen schnell ein. 

 

Mittwoch, 11.05.22

 

Am Morgen wurden wir bereits um 08.00 Uhr (statt wie von Frau Friedli angekündigt um 08.30 Uhr) und mit dem wunderschönen Anblick des Matterhorns geweckt. Fitter als am Dienstag genossen wir unser Frühstück und machten uns bald darauf auf den Weg zum Bahnhof. Dort wartete der Glacier Express auf uns, wobei die Leute staunten, dass sich eine Schulklasse dies leisten kann (wir hatten einen netten Deal erhalten). Voller Begeisterung, mit guter Musik auf den Ohren und netten Leuten im gleichen Wagen ging es von Zermatt nach Andermatt. Während der Fahrt bestaunten wir die schönen Berg, Wasserfälle, Tiere und den langen Furkatunnel. Unsere asiatischen Mitreisenden genossen unsere Anwesenheit sehr und versorgten uns mit Süssigkeiten, Brot und anderen Leckereien. Die Reise war fantastisch!

 

Nach der fast dreistündigen Zugfahrt kamen wir an und nahmen direkt den Zug nach Göschenen. Wir liessen die Fenster herunter, streckten die Köpfe heraus und trällerten ein "schönes" Lied. Dies hatte vor allem im Tunnel einen tollen Effekt. Der nächsten Zug brachte uns dann nach Flüelen, wo wir das älteste Raddampferschiff der Schweiz bestiegen. Es war wunderschön auf dem Vierwaldstättersee. Wir erhielten viele Komplimente für unser gutes Benehmen und einige von uns kriegten sogar Geld zugesteckt. Auf dem sonnigen Deck assen wir das Mittagessen, hielten die Gesichter in den Fahrtwind und "chillten" fast drei Stunden lang. Da es auf dem Schiff sehr heiss war und auch in Luzern Temperaturen von 28 Grad herrschten, steuerten wir nach der Schifffahrt mit unserem Gepäck auf eine tolle Liegewiese mit Sandstrand zu. Dort spielten die Einen im Sand, während die Anderen die Füsse (wobei auch der ein oder andere Kopf mit dem Rest des Körpers dabei war) ins Wasser hielten. Danach sonnten wir uns auf der Wiese und genossen die ausgelassene Stimmung. 

 

Erst um 19.00 Uhr erreichten wir die Jugendherberge, wo es Curryreis zum Abendessen gab. Nicht nur das Hauptgericht war ein Genuss,  sondern auch das Dessert schmeckte uns vorzüglich. Danach richteten wir die Zimmer ein und bereiteten uns auf die Oberstufe vor, indem wir Herzblatt spielten. Schöne Pärchen kamen zustande und wir tanzten ausgelassen zu zwei Liedern. Dann wartete unser Bett mit offenen Armen auf uns. 

Donnerstag, 12.05.22

 

Obwohl wir eigentlich hätten ausschlafen können, verdarben wir Frau Friedli den Weckspass, weil wir alle schon vor 08.00 Uhr wach und einige sogar geduscht waren. Gemütlich assen wir Frühstück, zogen die Betten ab und richteten diese ordentlich (was nach der dritten Nacht nun endlich alle in einem angemessenem Tempo beherrschten) und nahmen den Bus in die Stadt. Dort besichtigten einige Kinder den Stadtkern, während die anderen mit den Lehrpersonen das Mittagessen einkaufen gingen. Danach hetzten uns Elena und Frau Friedli auf den Zug, obwohl wir schlussendlich zehn Minuten zu früh auf dem richtigen Bahnsteig standen.

 

Nach einer kurzen Zugfahrt (dies waren wir uns nicht gewohnt) erreichten wir Arth-Goldau. Schnell war das Gepäck in einem Raum verstaut und wir folgten den auf der Strasse gemalten Bärentatzen bis zum Tierpark Goldau. Auf diesen liefen wir exakt, da man sonst wieder einige Tatzen zurückgehen musste. Dort wartete Florian auf uns, der die Führung durch den Tierpark leitete. Wir hingen Florian an den Lippen und versuchten, ihm schwierige Fragen zu stellen, auf die er keine Antwort hatte. Doch dies erwies sich als unmöglich. Er fand stets eine ausführliche, überzeugende Erklärung. Zu jedem Tier gab es eine Art Posten. Beispielsweise durften wir Felle berühren, Düfte riechen, Krallen und Zehen des Luchses anfassen, Federn vergleichen und ein Steinbockhorn bestaunen. Das Glück war auf unserer Seite, denn der übergewichtige Luki zeigte uns seinen tollen Luchskörper lange, sodass wir die Informationen von Florian direkt an ihm beobachten konnte. Dafür hatten wir bei den Füchsen und beim Bartgeier Pech, denn diesen schienen die Temperaturen an diesem Tag zu hoch zu sein und sie suchten den Schatten im Bau oder im Horst. 

 

Nach dieser unglaublich spannenden Führung begaben wir uns zum Grillplatz und grillierten unsere Würste, Mais und den Grillkäse. Dazu gab es Brot und Gemüse. Einige nutzen eine kleinere Feuerstelle für Experimente mit den Flammen. Einige genossen ihr Mittagessen auf riesigen Felsbrocken, auf welche man klettern konnte und die bei einem Felssturz vom Berg im heutigen Park gelandet waren. Ständige Begleiter bei unserem Mittagessen waren freilaufende Mufflons, welche sich Reste erhofften und uns unter den Tischen des Öfteren erschreckten. Danach genossen wir eine Stunde Freizeit im Park. Einige hatten Glück und konnten die Bärenfütterung nicht nur beobachten, sondern ihnen selbst Nüsse zuwerfen. Dies verpasste die langsame Gruppe, in welcher sich natürlich auch Elena und Frau Friedli befanden. Leider mussten wir den Park bereits nach vier Stunden verlassen, obwohl wir gerne noch länger geblieben wären. Doch es wartete ein zweistündiger Heimweg auf uns. 

 

Im Zug kehrte ein wenig Ruhe ein, da viele doch von der Müdigkeit übermannt wurden. Es gab jedoch auch Kinder, die eine Verwarnung von Frau Friedli erhielten, da sie überdreht waren und ohne Punkt und Komma und in einer inakzeptablen Lautstärke plapperten. Glücklicherweise erzielte die Verwarnung den gewünschten Effekt und alle konnten die Heimreise geniessen. Mit grosser Vorfreude auf das eigene Bett (und natürlich auch auf die Familie, obwohl das Bett wichtiger schien) erreichten wir schlussendlich Stetten. 

 

PS: Leider gibt es von diesem Tag wenige Bilder, weil Elena und Frau Friedli auf der Führung so gebannt zuhörten, dass sie vergassen, Fotos zu schiessen. 

Freitag. 13.05.22

 

Ausgeschlafen standen wir um 09.00 Uhr auf dem Pausenplatz. Glücklicherweise entschieden wir uns für einen Trainerhosentag, sodass wir nach der anstrengenden Reise gemütlich in den Morgen starten konnten. Wir erzählten einander, welches das tollste Erlebnis der Reise war. 

 

Diese Highlights wurden von mehreren Kindern genannt:

- Französisch sprechen mit den Leuten in Lausanne

- Zermatt mit dem Matterhorn Glacier Paradise

- Schifffahrt mit der tollen Aussicht

 

Danach machten wir ein Quiz zur Reise und spielten ABC SRF3. Schliesslich teilten wir uns in Gruppen auf, in welchen wir die Erlebnisse festhielten oder für das letzte gemeinsame Mittagessen in nächster Zeit kochten. Es gab Buchstabensuppe mit Brot, Spaghetti mit verschiedenen Saucen und Salat und zum Dessert leckere Brownies. Dazu erhielten wir lustige Verkleidungen und machten eine Art Krimidinner, welches zuvor von zwei Kindern als Projekt geschrieben wurde. Das war ein krönender Abschluss für unsere Reise.