Unsere Reise in die Zeit der Römer

An 02.09 war es so weit: Wir gingen ins Römerlager, juhu! Aufgeregt stiegen wir aus dem Zug aus und liefen mit unserem schweren Gepäck in Richtung Legionärspfad Vindonissa. Plötzlich sahen wir nachgebaute Legionärshütten, die sehr alt aussahen. Wir freuten uns sehr und fragten uns, ob wir wohl darin schlafen werden. Nachdem wir unsere Rucksäcke verstaut hatten, durften wir zuerst unser selbst mitgebrachtes Mittagessen geniessen. 

Als wir fertig gegessen hatten, schlenderten wir in das Gebäude, schlossen dort unsere Rucksäcke ins Spinde ein und wurden dann von einer netten Dame in das Leben der Römer eingeführt. Dafür teilten wir die Klasse in Gruppen auf.  Zuerst ging es in eine Zeitmaschine. Sie transportierte uns etwa 2000 Jahre zurück. Wir wurden gebraucht! Der Legionärskommandant von Vindonssa brauchte unsere Hilfe. Der Wassergott Neptun hatte die Wasserleitung des Lagers verstopft. Wenn der Legionärskommandant das Rätsel, das Neptun ihm gestellt hat, nicht lösen konnte, würde ganz Vindonissa austrocknen. Unsere Aufgabe war es, das Rätsel zu lösen und Vindonissa dadurch zu retten. Jeder von uns bekam einen Römerpass. Unten waren drei Felder zum Aufrubbeln. Begeistert rannten wir los und gingen zu den Stationen. Denn um Neptun zu besänftigen und das Rätsel zu lösen, mussten wir einen OL durch Vindonissa machen. Die Kopfhörer reagierten immer auf bestimmte Zeichen am Boden. Sobald so ein Zeichen auftauchte, begann ein Hörspiel mit wichtigen Informationen. Danach gab es eine Frage mit drei Antwortmöglichkeiten. Für jede richtige Antwort bekamen wir einen Punkt. Wir folgten der Karte und kamen an verschiedenen Schauplätzen vorbei. Beispielsweise hatte es auf dem Weg ein Gebäude mit den Ruinen einer Therme. Beim drittenletzten Posten konnte man noch Häuser unter der Erde anschauen. Dort sah man durch eine Röhre, wie sie gelebt haben, zum Beispiel die Küche mit dem Sklaven oder den Esssaal. Auch die Latrinen, also das Klo, durften wir bestaunen. Bei jeder Station hörten wir die Fortsetzung der Geschichte und mussten eine Frage beantworten. Am Schluss hatten wir eine Quelle vor uns. Dort mussten wir das kleine Fläschchen mit Wasser füllen. Am Ziel angekommen, mussten wir das magische Wasser in eine Art Muschel leeren. Da tauchte plötzlich Neptun auf einem grossen Bildschirm auf. Dies ist der Gott des Wassers. Er meinte: „Ihr habt es geschafft. Jetzt fliesst das Wasser wieder.“ Freudig reisten wir zurück in unsere Zeit und zählten unsere Punkte. Mithilfe unseres Römerpasses konnten wir nun herausfinden, in welche Position in der römischen Armee wir aufgestiegen sind. Einige von uns hatten über 20 000 Soldaten unser sich.  

Als alle Gruppen wieder eingetroffen waren, assen wir Zvieri und warteten ungeduldig, bis wir endlich zum Legionär ausgebildet wurden. Wir wussten, dass diese Ausbildung 25 Tage (in echt 18 Stunden) dauern würde. Wenige Augenblicke später kam auch noch eine andere Klasse im Römerlager an. Plötzlich erklang eine Trompete. Schnell stellten wir uns in einem Halbkreis auf. Endlich erschienen unsere Legionärskommandeure. Sie hiessen Marcus und Divicus. Wir , die 5. Klasse aus Stetten, waren die Gruppe 1 mit dem Anführer Markus. Streng erklärten die beiden Anführer die Lagerregeln. Jeder von uns musste sich vorstellen. Sie erzählten uns auch, dass alle Namen der Römer mit “us“ aufhören mussten. Also hatte man einen Vokal am Ende des Namens, musste man ihn streichen und ein “us“ hindenken. Gleich darauf bekamen wir unsere Tunika. Dies ist ein sehr langes, weisses T-Shirt, das mit einem Seil umgebunden wird. Dies trugen die bürgerlichen Römer. Dann gaben sie uns die Aufgabe, uns möglichst schnell als Klasse in einer Viererkolonne draussen auf dem Weg aufzustellen. Dabei mussten wir uns merken, wer vor, hinter und neben uns steht. Mit lauten Rufen lernten wir, im Gleichschritt zu marschieren. Kurze Zeit später spielten wir ein tolles Spiel. Es ging so: Marcus oder Divicus gaben ein Zeichen. Daraufhin mussten wir uns möglichst schnell in einer Formation aufstellen. Die Klasse, die diese schneller gebildet hatte, bekam einen Punkt. Wir gewannen! Darüber freuten wir uns sehr. Anschliessend übten wir, wie man da Scutum halten musste. Das Scutum war das Schild der Römer. Zum Schild gehörte auch das Pilum, welches den Speer darstellte. Nun legte die Hälfte der Klasse das Schild auf den Boden und nahmen das Pilum in die Hand. Unter Anstrengung warfen sie das Pilum auf die andere Hälfte der Klasse, welche sich mit dem Schildern schützte. Danach wechselten wir die Rollen. 

Nun bemerkten alle, dass der Hunger auftauchte und wir marschierten zurück ins Lager. Jeder bekam eine Aufgabe für die Zubereitung des Essens. Wir mussten mit römischen Messern Gemüse schneiden, Wasser holen, Mehl mahlen und Krüge nachfüllen. Aus verschiedenen Zutaten entstand das römische Essen Puls. Dies ist eine Getreidemischung mit Gemüse. Dazu assen wir noch Käse und Landjäger. Zum Dessert bekam jede Person einen halben Apfel. Das Essen war sehr lecker. Zum Trinken gab es Wasser oder Posca, eine Mischung aus Essig und Wasser.

Inzwischen war es bereits dunkel geworden. Mit dem Zweikampf unter den Sternen begann das Abendprogramm. Unter lauten Zurufen des Publikums kämpften wir gegeneinander. Markus und Divicus zeigten uns anschliessend, wie man sich bei einem Kampf schützte. Dafür übten wir eine Formation, die man Schildkröte nennt. Damit eroberte man früher die Länder. Diese klappte bei unserer Klasse gut. Erschöpft vom Kämpfen zogen wir uns das Pyjama an und setzten uns ans Lagerfeuer. Dort hörten wir die Geschichte von Odysseus und dem Zyklopen Polyphemus. Das war sehr spannend. Kurz vor dem Zubettgehen schmissen wir Weihrauch für die Götter ins Feuer und durften uns von einem Gott etwas wünschen. Müde von all den Eindrücken fielen wir auf unsere Strohbetten und schliefen ein. 

Im Morgengrauen wurden wir von einer Tuba, einer Trompete, geweckt. Das war das Zeichen: Wir müssen aufstehen, uns umziehen, die Tunika überstülpen und antreten. Danach stand Frühsport auf dem Programm. Puuh, war das anstrengend! Anschliessend packten wir unsere Rucksäcke und bereiteten das Frühstück vor. Es gab selbstgemachte Brötchen, Honig, Nüsse und getrocknete Äpfel. In der letzten halben Stunde erklärte uns Marcus die Ausrüstung eines Legionärs. Dann mussten wir uns leider schon verabschieden.

Wir marschierten in einer Viererkolonne zum Bahnhof. Nach der Zugfahrt kamen wir erschöpft und zufrieden zuhause an. Schade, ging die Zeit im Lager so schnell vorbei!

Text: Die besten Sätze aus den Einzeltexten der 5. Klässler

Bilder: Annina Schmuki und Andrin Hensen